Sonntag, 27. September 2015

1. Runde Kreisliga Mitte, Munderfing I –Schach Kultur Wels II

Der kuscheligen 1. Klasse Nord entrissen galt es erste Erfahrungen auf den rauen Kreisliga Brettern zu sammeln. Als Aufsteiger gilt man automatisch als primärer Abstiegskandidat. Da es zumal gegen die wohl stärkste Kreisligamannschaft aus dem Raion Mitte ging, nämlich Munderfing, war die Marschvorgabe mit 1.5 Zählern eher pessimistisch ausgegeben. Es galt das mythologisch-stereotype Duell David gegen Goliath auszufechten, die ELO Starken gegen die ELO Schwachen. Und entgegen der Erwartung wurde durch solide Leistungen und einem in Überform spielenden Ivo ein 4:2 !!!! Sieg eingefahren. Wie es dazu kam nun in chronologischer Reihenfolge:
Auf Brett 6 blitzen Sabri mit den schwarzen Steinen und sein Gegner Pritz eine Partie herunter. Nach 30min ist in ein Turm-Endspiel vereinfacht, bei dem Sabri jedoch 2-3 Minusbauern – jedoch kompensiert durch einen aktiven König – zu verzeichnen hat. Der Mannschaftsführer und Chronist in Personalunion selbst die pessimistische Devise 1.5 Punkte gefährdet. Schlussendlich jedoch überzeugender Sieg von Sabri.
Auf Brett 5 unsere 2. Punktehoffnung Colo Marin gegen Mühlacher. Seit der Aufstellungsverkündung weiß nun der Mannschaftsführer, dass sich der Nachname als „Tschollo“ auszusprechen versteht. Marin greift mit dem Damenflügel vehement an. Durch unterlassene Rochade blockiert der König von Marin den eigenen Turm und Läufer auf der Grundlinie. Marin kann zumindest eine Leichtfigur auf Kosten von 2 Verlustbauern gewinnen. Die Konvertierung in einen vollen Zähler ist jedoch harte Arbeit, da der gegnerische König plötzlich näher rückt.
Auf Brett 4 spielt Gerald gegen den ELO-favorisierten Feichtenschlager mit Schwarz. In der erstmalig probierten Modernen Nimzo-Inder Variante ergeben sich immer wieder weiße Drohungen, die jedoch ziemlich solide abgewickelt werden können. Ein Remis-Gebot von Gerald bei Zug 11 wird abgelehnt. Bei Zug 20 gehen die Schwarzen Truppen zum Gegenangriff über – eine Remiseinwilligung erfolgt (nein Sabri, Gerald hat eine neutrale und keine Gewinnstellung remisiert!!!).
Unser Adnan Dizdarevic bekommt es auf Brett 3 mit den Weißen Steinen leider nicht mit dem erhofften Gegner im Bereich um 1800 zu tun. Munderfing stellt die klare #1 Werndl auf Brett 3 auf – ein Schock für Gerald, der Adnan nach längerer Schach-Abstinenz einen ruhigen Einstieg ermöglichen wollte. Adnan zeigt sich bestens präpariert. In einer sehr harten Gambit-Variante – die sonst nur Petzi zu spielen pflegt – stellt er Werndl früh vor massive Probleme. Der schnelle Sieg ist jedoch nicht möglich und die stellungsmäßigen Vorteile verflachen. Adnan hat einen irrelevanten Verlustbauern mit perfekter Figur-Platzierung überkompensiert, wenn um Zug 30 Werndl nur noch 5min Bedenkzeit verbleiben (Adnan 1h). Mannschaftsdienlich wickelt er die wohl bessere Stellung nicht ab sondern willigt in eine Remise ein. Ein 3:3 ist folglich gesichert. Auf den Brettern 1 und 2 kämpfen noch Werner und Ivo – dessen Stellung zu diesem Zeitpunkt verloren wirkt.
Werner bespielt das Spitzenbrett mit Weiß gegen Hopfgartner. Die Stellung scheint solide und befriedet, bevor Werner durch das bereits sichere 3:3 mit g4 zum Angriff übergeht. In weiterer Folge gibt Werner die Qualität für einen Mehrbauern bzw. einen Königsangriff. Der Bauer geht verlustig und der Angriff verflacht -  unsere erste Niederlage.
Schlussendlich zu Ivo, dem die schwarzen Steine auf Brett #2 zum Leiden gegen Waldner übereignet wurden. Ivo handelt sich schnell stellungsmäßige Probleme ein -  die um den eigene König gescharten Springer und Dame wirken bei unkundigem Auge deplatziert. Manchmal kann man nur die Rettung im Angriff suchen. Ivo schiebt seine verbundenen und stark bedrängten Zentrumsbauern mit Tempo immer weiter voran. Etwas durch die Zeitnot des Gegners begünstigt gelangen diese beiden schwarzen Vasallen bis auf f2 und e3!!! Bei Zug 41 droht bei Ivo ein Figurenverlust (ev. mit Damenopfer geht’s für Schwarz weiter, unklar) – der Gegner unterschätzt jedoch weiterhin die vorgerückten Bauern. Ivo hat schlussendlich die Auswahl zwischen einem Matt-Muster mit Turmopfer – das dem Publikum durch Zugumstellung im letzten Moment vorenthalten wird. Stattdessen drohen 1-2 neue Damen auf das Spielfeld zu gelangen – Aufgabe und Mannschafterfolg mit 4:2 !!!!
Durch die grandiose Leistung unserer Mannschaft ist das Abstiegs-Gespenst erstmal in die Schranken gewiesen. Es ist jedoch noch ein harter und steiniger Weg zum rettenden Ufer das wohl bei 30 Punkten liegen wird.
  







Mannschaftsfoto mit Ersatzspieler Salim (3. v.R.) - Danke!!! 
 die "back 3" Sabri, Marin und Gerald am Fotoapparat
 die "front 3" Werner, Ivo und Adnan

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