Mittwoch, 27. April 2016

Ergebnisse der Forderungen vom 26.04.2016

In vier umkämpften Partien konnte wieder wertvolle Trainingsarbeit geleistet werden. Mit Sergej, einem Vertreter der russischen Schachschule konnte ein neues Vereinsmitglied in unserer Mitte begrüßt werden - HERZLICH WILLKOMMEN!!!. Er wird sich jedoch vom Tabellenende nach Oben durchwühlen müssen. Auch ins Forderungs-System eingreifen will Blaz Soljic, der das schwarze Spielgerät nur sehr ungern auf Sieg zu führen pflegt.  

Michael Eder 1-0 Severin Humenberger
Severin wählt Sizialinisch und kann schnell eine solide, ausgeglichene Stellung erreichen. Um Zug 14 hätte Severin sogar die Möglichkeit, eine marginal bessere Stellung konsequent zu verbessern. Es ist jedoch Michaels präzises Positionsspiel, das das Blatt wieder zu Gunsten von Weiß wendet. In einer leicht schlechteren Stellung ohne jegliche Sieg-Perspektive gibt dann Severin bei Zug 27 verlustig.

1. e4 c5 2. Nc3 Nc6 3. g3 g6 4. Bg2 Bg7 5. d3 d6 6. Nge2 Nf6 7. O-O Qb6 8.Nd5 Nxd5 9. exd5 Ne5 10. c3 Bf5 11. d4 Nd7 12. dxc5 Nxc5 13. Nd4 Bd7 14. b4 Na4 15. Ne2 Nxc3 16. Nxc3 Bxc3 17. Be3 Qa6 18. Rc1 Bg7 19. Rc7 Bb5 20. Re1 O-O 21. Rxe7 b6 22. Bf4 Rad8 23. Qd2 Bc4 24. Rc7 Qxa2 25. Qxa2 Bxa2 26.Rxa7 Bc4 27. Rc1 b5 1-0

Marin Colo 1-0 Gerald Zwettler
In Marins Spezial-Weiß Eröffnung, einer seltenen Variation des Damen-Gambits, kann Gerald schnell leichte positionelle Vorteile und Ideen den Kampf ums Zentrum entwickeln. Marin hat durch sein aktives Spiel Entwicklungsrückstand. Um die Rochade nachzuholen, gibt er einen Bauern auf. Marin spielt, obwohl nur eine Remise benötigt wird, überraschend aggressiv. Mit 15.Re3 zieht er wissentlich in eine Gabel. Die aufkommende Stellung nach Zug 18.Qg4 (siehe Diagramm) sieht beängstigend aus - im schlimmsten Falle müsste Schwarz nach 18...g5 eventuell die Mehrfigur wieder hergeben. Der Computer wertet diese Stellung mit -3.5 klar als weißen Bluff. Da Gerald jedoch keine sinnvollen Züge findet, scheint der Königsangriff nur noch schwerlich abzuwehren. Mit 21...Be4! (siehe Diagramm), das Gerald länger ins Auge fasst, könnte Schwarz nochmal Siegesambitionen entwickeln.  Gerald rechnet jedoch ungenau und lässt diesen Zug im Zweifelsfall bleiben. Mit 23...Qe7 besiegelt Schwarz in ausgeglichener Stellung seinen schnellen Untergang. Tolles Angriffspiel von Marin - der Mannschaftsführer in Gerald sieht die Partie jedoch auch mit Besorgnis, da Marins aggressive Pläne von einem präziser spielenden Gegner durchaus zu widerlegen gewesen wären.

Stellung nach 18. Qg4
Stellung nach 21.f4













1. d4 Nf6 2. c4 e6 3. Nc3 d5 4. c5 Be7 5. Bf4 O-O 6. e3 a6 7. Nf3 b6 8. b4 Bb7 9. Bd3 h6 10. Rb1 Nh5 11. Ne5 Nxf4 12. exf4 Nc6 13. O-O Nxd4 14. Re1 Nc6 15. Re3 Nxe5 16. fxe5 d4 17. Rg3 dxc3 18. Qg4 g5 19. h4 Bd5 20. hxg5 Bxg5 21. f4 f5 22. Qh5 Qe8 23. Qxh6 Qe7 24. Rxg5+ Kf7 25. Qg6# 1-0

Markus Auinger 0-1 Manfred Mayer
Manfred prolongiert seinen Erfolgslauf und klimmt vom Ranglisten-Keller gen Mittelfeld. Wie auch gegen Udo kommt er unerwartet zu einem Schwarz-Erfolg, ohne viel selbst beitragen zu müssen. Markus ist leider weiterhin ein nahezu wehrloses Opfer im Ranglistengeflecht. Es bleibt zu hoffen, dass die von Markus in letzter Zeit gezeigten Leistungen nur als Auswirkung des harten Trainings für das anstehende Salzkammergut Open zu werten sind.

Anna Puett 1-0 Peter Wimmer
Petzi zieht mit seinem "Lettisch" in die Schlacht. Diese scharfe Eröffnung kann jedoch von Anna gekonnt wiederlegt werden. Schnell hat Weiß mehr als den klassischen Gambit-Mehrbauern besichert und wirkt gegen den schwarzen Monarchen. Im Mittelspiel scheint sich dann die Routine von Peter durchzusetzen. Bei einer Bedenkzeit von nur 1 Stunde kommt Petzi jedoch in massive Zeitnot und verliert in ausgeglichener Stellung durch Fallen der Klappe. Anna zeigte bei dieser Partie verbesserte Technik und rangiert in der Tabelle nun bereits vor Sohnemann Raphael. Ein gewisser Hörschinger Gast (Markus A.) wäre nun bereits in Forder-Reichweite :-). Da Petzi nächste Woche nicht für eine Revanche zur freien Verfügung steht, muss sich Ann nun mal alternative Gegner suchen.

1. e4 e5 2. Nf3 f5 3. Bc4 Nf6 4. Nxe5 d5 5. exd5 Nxd5 6. c3 Bc5 7. d4 Be7 8. O-O O-O 9. Qb3 c6 10. Nd2 f4 11. Ndf3 Kh8 12. Bd2 a6 13. Rae1 b5 14.Bxd5 cxd5 15. a4 Ra7 16. h4 Bxh4 17. Bxf4 Rxf4 18. Nxh4 Rxh4 19. Nf7+ Rxf7 20. g3 Re4 21. Rxe4 h6 22. Re5 1-0

weitere Ansetzungen der nächsten Wochen:
  • Gerald - Ernst, irgendwann
  • Fritz-Florian, irgendwann
  • Christian Mörzinger - Blaz, irgendwann
  • Sabri fordert Herbert Strauss / Werner Humenberger nach Verfügbarkeit
  • Florian - Severin am 17.05 (von Flo so festgesetzt)
  • Adnan-Gyula am 17.5
aktuell manifestiert sich die Rangliste wie untenstehend illustriert. Der gewünschte Begegnung Walter - Anna kann regeltechnisch keine Feigabe erteilt werden - da muss zuerst ein Markus A. überwunden werden.



Montag, 25. April 2016

Neue Forderungen eingelangt

Auch in den nächsten Wochen herrscht in unserer Rangliste reger Betrieb.
  • Prof. Mag. Ernst Gugenberger, Obmann Stellvertreter seines Zeichens, fordert im Duell des Vorstandes Schriftführer Gerald. Dieser hat erst morgen seine Begegnung mit Colo Marin abzuhandeln. Die Forderung von Prof. Gugenberger kann jedoch akzeptiert werden, da sie auch bei einem etwaigen Sieg von Gerald gegen Marin regulative Gültigkeit hätte.
  • Obmann Severin Humenberger will weiter nach Oben klettern und fordert zeitnahe Michael Eder, um diesen aus seinem Winterschlafe zu erwecken. Mal sehen, ob Severin die Partie solange vorantragen kann, bis Michaels Elektrolythaushalt traditionell aus der Balance gerät.
  • Und nun ein wahrer Leckerbissen. Es kommt zu einem Duell um die Nummer 1 Position. Gyula wird am 17.05.2016 um 18:30 unseren Adnan Dizdarevic herausfordern. Wegen der großen Bedeutung dieser Begegnung müssen wir für echte Turnierruhe sorgen und die latenten Unruheherde (Petzi Wimmer und Konsorten) der letzten Wochen stimmungstechnisch drastisch einbremsen.

Samstag, 23. April 2016

Meisterschaftsurkunde 1. Klasse Nord, Saison 2014/2015

Werte Schachfreunde!

Heute wurde uns  beim Schach-Landtag in Linz-Kleinmünchen die Meisterschaftsurkunde der 1. Klasse Nord der Saison 2014/2015 verliehen. Beim damals errungenen Meistertitel handelte es sich um eine bemerkenswerte Leistung, da die 1. Klasse Nord die stärkstbesetzte Klasse manifestiert, wie auch heute statistisch dargelegt wurde. Als Retrospektive sei nochmal an den tollen gemeinsamen Erfolg unter Mannschaftsführer Blaz Soljic erinnert und allen Schachfreunden gedankt, die am Brett zu so erfolgreich zu reüssieren wussten. Durch den großen materiellen, organisatorischen, und motivationstechnischen Einsatz von Blaz sowie dessen strategisches Geschick aber auch durch dessen Mitwirken als solider Weiß-Spieler war es damals möglich, den signifikanten Rückstand auf das übermächtige Ottensheim wettzumachen. Als Lohn für unsere damaligen Mühen, dürfen bzw. durften wir nun in der noch viel stärker besetzten Kreisliga Mitte das Spielgerät führen...


Freitag, 22. April 2016

FM Druckenthaner Leseprobe: Nr. 2031 „DER STANDARD“,13.07.2013 Poul Hage „Magasinet“, 1944

Auch diesen FR wieder eine Leseprobe aus dem Buch "ganz leicht" "ganz schön" "ganz schön schwer" von FM Andreas Druckenthaner. Wir steigern uns in der Schwierigkeit - heute gilt es bereits ein forciertes Matt in 3 Zügen zu analysieren.

Weiß zieht und setzt in 3 Zügen matt
Die offensichtliche Drohung des Anziehenden, mittels 1. Tb1# in einem Zug matt zu setzen, wird durch den schwarzen Bauern a2 verhindert; dieser vereitelt aber auch ein Grundlinienmatt nach 1. Td6 (∆ 2. Td1#) mit 1. … a1=D/T.
Letzteren Mattgelüsten würde aber auch ein (erfolgreiches) Ausweichmanöver des schwarzen Königs 1. … Kf1 ∆ (2. … Ke2) vorbeugen. Diese Fluchtmöglichkeit, soviel ist bereits von vornherein zu erkennen, gilt es zu verhindern (siehe später).
Selbst wenn wir noch nicht um die konkrete Bedeutung des La7 wissen, so ist doch unschwer zu erkennen, dass ihm im Rahmen der Abzugsschachmöglichkeit – er und der schwarze König befinden sich auf derselben Diagonale  – Bedeutung zukommen kann. Er hindert aber auch einen auf a1 in eine Dame umgewandelten Bauern an einem Schachgebot auf a8.
Ein entsprechendes Schachgebot mit einer nach … a1=D umgewandelten Dame auf a2 wird
·         ebenso durch den schwarzen c4-Bauern verhindert.

Die letzten beiden Punkte erklären den Standort des weißen Königs auf g8:
·         Dort ist er im Gesamtgefüge der Stellung am besten aufgehoben.

Der g2-Bauer bietet nicht so sehr dem schwarzen König Schutz, sondern
·       steht vielmehr – ganz im Sinne von Weiß – einer Flucht des schwarzen Monarchen über g2 und f3 im Wege.
Klar ist auch, dass  der schwarze e5-Bauer die e-Linie versperrt und sohin den Aktionsradius zumindest eines der auf Linien und Reihen funktionell ausgerichteten weißen Türme stört bzw. einschränkt. Ganz konkret aber lässt sich sein Aufgabenbereich von der Ausgangsstellung her nicht erkennen.
Augenblicklich erhellt sich noch nicht die Funktion der beiden Türme und Springer. Der Sf2 aber ist nicht nur durch den Sg4 unmittelbar gedeckt, sondern scheint mittelbar ausreichend durch den La7 Schutz zu erhalten – Abzugsschachoption –, was den Sg4 flexibel macht und nicht zu einer bloßen Deckungsfigur des Sf2 reduziert.
Auch, und dies unterscheidet das gegenständliche Problem von anderen, sind noch keine Mattbilder (nach drei Zügen) aus der Ausgangsstellung erkennbar.
Trotzdem reichen die bisher bekannten Parameter, insbesondere jener, die Fluchtmöglichkeit des schwarzen Königs betreffend, um mit einem konstruktiven Lösungsversuch zu beginnen.
Jedenfalls gilt es, den schwarzen König an der Flucht über f1, e2 etc. zu hindern. Offensichtlich besitzt ein auf e2 angelangter schwarzer König zu viele Ausweichfelder – f3, e1, d2 –, um matt gesetzt werden zu können.
Es stellt sich daher die Frage, wie diese Flucht verhindert werden kann.
Die ersten Kandidatenzüge, die ins Auge stechen, sind 1. Txe5 und 1. Tb2.
1. Txe5 stellt zwar auf den ersten Blick eine riesige Drohung auf, nämlich 2. Te1#, nach 1. … a1=D aber ist guter Rat teuer, ein Matt in zwei weiteren Zügen evidentermaßen nicht möglich. Nach 1. Tb2 verbietet sich die Riposte 1. … a1=D – siehe nachfolgendes Diagramm –, weil dann Weiß tatsächlich mit 2.Sd3 in jedem Fall zu einem Matt in 3 Zügen gelangen würde:
 ·         2. … Dxa7 3.Tb1#;   ·         2. … Kf1 3. Sh2#; ·         2. … Kh1 3. Th5#.

Sohin könnte man meinen, dass wir die Lösung gefunden hätten, nur leider macht uns der Nachziehende einfach mit bereits 1. … Kf1!! einen Strich durch die Rechnung: Er peilt das Fluchtfeld e1 an und droht mittels 1. … g1=D eine weitere Verteidigungsfigur ins Spiel zu bringen, der zumindest Matt verzögerndes Vorstellungspotential innewohnt: z. B.: 2. Sd3 – nimmt dem schwarzen König das Feld e1 – 2. … g1=D 3. Tf5 Df2!!, und mit dem Freimachen des Feldes g1 ist das Matt im 4. Zug vereitelt: z. B. 4. T5xf2 Kg1.

Aus diesem fehlgeschlagenen Versuch ersehen wir aber, dass der Fluchtversuch des schwarzen Königs bereits im Keime erstickt werden muss, um innerhalb der geforderten drei Züge zu reüssieren. Dem schwarzen König ist daher bereits das Feld f1 streitig zu machen. Dafür kommen nur zwei Züge mit dem Sg4 in Frage: 1) 1. Se3 und 2) 1. Sh2.
Zunächst zu 1) 1. Se3:

Unter Berücksichtigung des oben eingangs angeführten Gedankens, wonach der Sf2 im Falle der Bewegung des Sg4 – nur eben nicht nach e3 – durch den La7 mittelbare Deckung erfährt, da der Tb6 tödliches Abzugsschachpotential beinhalten kann, muss diese Möglichkeit schon alleine insofern versagen, als nun angesichts des Umstandes, dass dadurch zwei Figuren in der a7-g1-Diagonale stehen, nicht mehr von einer mittelbaren Deckung durch den La7 gesprochen werden kann. In diesem Sinne kann der schwarze König gefahrlos auf f2 nehmen. Außerdem droht er weiters, den Se3 im nächsten Zug aus dem Spiel zu nehmen, bzw., was noch schlimmer ist, über f3 und e4 zu flüchten.

Insofern verbleibt als einzige Option und bildet sohin den Lösungsbeginn:
2) 1. Sh2! – siehe nachstehendes Diagramm –,

was dem schwarzen König nicht nur die Fluchtmöglichkeit über f1 nimmt, sondern auch im Einklang mit dem oben angeführten Erfordernis notwendiger mittelbarer Deckung des Sf2 steht. 1. … Sh2 steht auch der Fluchtmöglichkeit des schwarzen Königs über f3 im Wege. Es droht auch 2. Tbg6               (∆ 3. Txg2#), womit der Sf2 unmittelbar durch den La7 gedeckt ist.
Schwarz hat grundsätzlich drei substantiierte Antwortmöglichkeiten, die zu beleuchten sind; sonstige Antwortzüge leisten keinen nennenswerten Widerstand – d):
a) 1. … Kxf2    b) 1. … Kxh2    c) 1. … a1=D   d) 1. … sonstig
Im Sinne obiger Befürchtungen, die Fluchtmöglichkeiten des schwarzen Königs ins Zentrum betreffend, am logischsten.
2. Td6+
Jetzt erkennt man den Sinn des schwarzen e5-Bauern: der Schutz des schwarzen Königs vor einem vorzeitigen Matt, welches er im Falle des Fehlens desselben durch 2. Te6# erleiden würde – siehe Stellungsbild.

Der schwarze König muss nun auf die e-Linie ausweichen.
2. … Ke1/Ke2
Wohin sich der schwarze König auch hinbegibt, infolge des Sh2 und des Td6 verfügt er über so wenig Spielraum, dass Weiß mit
3. Txe5#
 Matt geben kann.
b) 1. … Kxh2
Offensichtlich hat hier Schwarz noch weniger Spielraum als im Falle seiner Fluchtausrichtung ins Zentrum – dies erlaubt uns den nicht allzu wagemutigen Schluss, dass nun umso eher ein Matt in den geforderten drei Zügen möglich sein muss.
2. Th6+
Natürlich dieser Turm und nicht jener auf g5, also 2.Th5+, da dann der schwarze König über g3 entscheidend entweichen kann.
2. … Kg1
Nun aber ist
3. Th1#
möglich – siehe Stellungsbild.

c) 1. … a1=D
2. Tbg6
Ganz im Sinne des bereits im Zusammenhang mit dem Einleitungszug 1. Sh2! erwähnten Ursprungsplans: ∆ 3. Txg2#. Dies vermag nur ein schwarzer Verteidigungszug zu verhindern:
2. … Df1
Ansonsten, auch im Falle von 2. … Kxh2, 3. Txg2#. Jetzt ist zwar g2 ausreichend verteidigt, dem schwarzen König aber gleichzeitig das so wichtige Ausweichfeld f1 genommen.
3. Sf3#
d) 1. … sonstig
Alle übrigen Züge hindern Weiß nicht daran, die Ursprungsdrohung 2. Tbg6 (∆ 3. Txg2#) zu verwirklichen, also:
2. Tbg6 beliebig 3. Txg2#
Fazit: Auch wenn wir im gegenständlichen Fall nicht von aus der Ausgangsstellung erkennbaren Mattbildern ausgehen konnten und überdies eine Fülle an nicht unmittelbaren Stellungsmerkmalen/nicht sofort erschließbaren Figurenaufstellungen zu konstatieren waren, verblieben doch letztlich so viele Parameter, dass uns ein logischer Zugang zum richtigen Lösungsanfang ermöglicht wurde.
Die Lösung auf einen Blick:
1. Sh2!
a) 1. … Kxf2 2. Td6+ Ke1/Ke2 3. Txe5#;
 b) 1. … Kxh2 2. Th6+ Kg1 3. Th1#;
c) 1. … a1=D 2. Tbg6 Df1 (2. … sonstig 3. Txg2#) 3. Sf3#;
d) 1. … sonstig 2. Tbg6 beliebig 3. Txg2#.

Mittwoch, 20. April 2016

Forderungen vom 19.04.2016

Wieder voller Betrieb in unserem Ranglistensystem mit drei abgehandelten Partien.

Severin Humenberger 1/2-1/2 Ivo Bilanovic
Ivo wählt wie erwartet seine skandinavische Verteidigung, baut dabei jedoch unerwartet viele passive Züge abseits der Theorie ein (4...e6 5...c6) sodass Weiß schnell einen komfortablen Vorteil genießt. Man rochiert asymmetrisch doch der vehemente Angriff von Ivo am Königsflügel führt zu nichts. Bis die Bauern auf g und h in den Angriff übergehen können, desintegriert Severin bereits erfolgreich Ivo's Königsstellung. Die offerierte Remise ist zu diesem Zeitpunkt bereits sehr, sehr gnädig.

1. e4 d5 2. exd5 Qxd5 3. Nf3 Bf5 4. d3 e6 5. g3 c6 6. Bg2 Bg4 7. O-O h5 8.h3 Bxf3 9. Qxf3 Qxf3 10. Bxf3 Nd7 11. Nc3 Bd6 12. Be3 Ngf6 13. Rad1 a6 14.Ne4 Bc7 15. d4 O-O-O 16. c4 Rdg8 17. Nc3 g5 18. Bg2 Ne8 19. d5 cxd5 20.cxd5 e5 21. Ne4 g4 22. d6 1/2-1/2

Sabri Zenuni 1-0 Walter Haselböck
Mit dem überraschenden 1.c4 kann Sabri unseren Walter am eröffnunstheoretisch falschen Fuße erwischen, sodass der sich entwickelnde Engländer als unkonventionell zu bezeichnen ist. Trotzdem geling es Walter, eine passable und ausgeglichene Stellung bis Zug 13.Naxb3???, als Walter fälschlicherweise einen gedeckten Bauern abschlägt. Der Rest ist hoffnungsloses Ringen, die Niederlage längst determiniert.

21. Rb1 Qb6 22. Qa4 b4 23. axb4 cxb4 24. c5 1-015. Nd2 e5 16. Nd5 Bxd5 17. Bxd4 exd4 18. exd5 Be7 19. Ne4 Qc7 20. f5 O-O-ONec6 9. a3 b5 10. b3 Bb7 11. Bb2 Qc7 12. g3 Na5 13. Nd2 Naxb3 14. Nxb3 Qd61. c4 e6 2. Nc3 c5 3. e4 Nc6 4. d3 h6 5. f4 a6 6. Nf3 Nd4 7. Be2 Ne7 8. O-O

Udo Dornauer 0-1 Manfred Mayr
Obwohl Udo schon Markus Auinger als leichtes Opfer ausgemacht hatte, wurden seine Pläne jäh durch eine von Manfred abgesetzte Forderung durchkreuzt. Statt sich in der Rangliste nach vorne kämpfen zu können wurde Udo damit zur Verteidigung seiner Position mit dem weißen Spielgerät genötigt.
Bei einem angenommenen Damenbauernspiel zeigt Udo seine ganze Klasse mit dem weißen Spielgerät. Der Druck auf die schwarze Stellung wird vor allem im Zentrum erhöht. Zum Zeitpunkt des eher suboptimalen Damentausches war Weiß lt. Computer schon mit mehr als 3.0 im Vorteil. Danach kann sich Schwarz etwas konsolidieren, der weiße Sieg scheint jedoch weiterhin ungefährdet.  Mit 23.g3? schießt Udo einen fürchterlichen Bock und stellt damit Leichtfigur und Partie ein. Manfred kommt zu einem Sieg, ohne spieltechnisch irgendwas beigetragen zu haben. Zur Ehrerrettung von Udo: diesmal war obwegen der intensiven Trainingspartien von Petzi Wimmer, Anna Puett, Raffi Puett uvm. von Turnierruhe keine Spur, das keinen Hauch von Konzentration aufkommen ließ. Eine Beeinspruchung beim CAS oder bei der FIDE wäre wohl nicht gänzlich ohne Chance. 

1. d4 d5 2. c4 dxc4 3. a4 Bf5 4. Nc3 e6 5. e4 Bg6 6. Bxc4 Nc6 7. Nf3 Nf6 8.e5 Ne4 9. O-O Bb4 10. d5 Nxc3 11. bxc3 Bxc3 12. Bg5 f6 13. exf6 gxf6 14.Ra3 Ba5 15. dxc6 fxg5 16. Qxd8+ Rxd8 17. cxb7 Bb4 18. Bb5+ Ke7 19. Rb3 a5 20. Ne5 Be4 21. Bc6 Kd6 22. Bxe4 Kxe5 23. g3 Kxe4 24. Rc1 c5 25. Rc4+ Kd5 26. Rg4 h6 27. Re3 Rh7 28. Rge4 Kc6 29. Rxe6+ Kxb7 30. R6e4 Rd4 31. Rxd4
cxd4 0-1

Randnotiz: Da der Chronist in letzter Zeit schachspielerisch nicht zu glänzen wusste muss aus gegebenem Anlass konstatiert werden, dass er in den Schnellschach- und Blitzpartien an diesem Tage gegen Markus Auinger (1-0), Blaz Soljic (2.5-0.5), Salim Zenuni (2.5-0.5), Sabri Zenuni (1-0) sowie Ivo Bilanovic (1-0) ungeschlagen zu verbleiben vermochte - ein kleiner Lichtblick;

Forderungen für die nächsten Wochen:
  • Florian Charaus will sich erneu an Fritz Brandstätter versuchen. Es bleibt zu hoffen, dass Präparation und Präzision in der Verwertung diesmal angehoben werden. Scheitert Florian erneut, wird Fritz vom Regulativ einiges an Ruhezeit eingeräumt.
  • Petzi Wimmer fordert Anna Puett und hat damit den Nachteil des schwarzen Spielgerätes bzw. der Siegpflicht freiwillig in Kauf genommen. Scheinbar will man da ein ewiges Duell lancieren und die Partieanzahl von Spassky-Fischer übertreffen...
  • Gerald fordert Marin Colo mit den Worten "Meister Marin, sieh dich als gefordert an". Dann wurde der kommende DI, 26.04, 18:00 als Spieltermin vereinbart. Dass Gerald scheinbar nicht mehr als aktiver Schachspieler wahrgenommen wird zeigte die abschließende Frage von Marin: "gegen wen spiele ich dann eigentlich?"!

Sonntag, 17. April 2016

neue Forderungen eingelangt

Für die nächsten 2 Wochen sind schon wieder neue Forderungen für die Rangliste eingelangt.

Ivo Bilanovic, Held von Munderfing und Bezwinger des Chronisten, will nicht länger von leistungsschwachen Schachkameraden gefordert werden und geht daher selber in die Offensive über. Nächsten DI, 19.04.2016, wird Obmann Severin Humenberger gefordert.

Ferner hat Walter Haselböck durch seine in letzter Zeit gezeigten starken Leistungen weitere Ambitionen nach "Vorne". Er fordert die Zenunis, "weil diese nicht da sind"?!? Nachdem mit der Bezeichnung "Zenunis" nicht klar ist, ob Sabri oder Salim gefordert werden soll, ist das formale Prozedere nicht ganz eindeutig. Der Chronist hat mal für den 26.04.2016 Sabri vorgewarnt und - sofern die Sprachbarriere korrekt überwunden wurde, eine Zusage erhalten. Die Bezeichnungen "nächster Montag" bzw. "übernächster Dienstag" sind halt immer für Missverständnisse gut. Notfalls dann halt eine Woche später. Es wird sich jedoch zeitnahe ein Zenuni einfinden, um Walter gekonnt aufzuarbeiten. Tipp an Walter: Bei Sabri ist 1.e4 zu erwarten. Der Chronist würde an Stelle von Walter exzessiv Präparationszeit in "Dänisch" investieren. Wenn Schwarz überlebt, steht es nach 15 Zügen auf Sieg.

Der Chronist darf nun wegen der Verschiebungen in der Rangliste Ivo nicht mehr direkt fordern. Ob der Weg über W. Wick / E. Schmuckermair oder über M. Colo / I. Bilanovic verlaufen soll, muss in den nächsten Tagen intensiv überdacht und abgewogen werden.

Freitag, 15. April 2016

Welser Stadtmeisterschaft 2016

Welser Stadtmeisterschaft im Schnellschach 2016 – „Baskisches System“

    
Liebe Schachfreunde!!
Nach der letzten Welser Stadtmeisterschaft 2011 soll dieses lokale Turnier nun wieder fix im Kalender seine Verankerung finden. Um auch den Modus etwas interessanter auszugestalten, haben wir uns dieses Jahr für „Basque“, d.h. „Baskisches System“ entschieden. Alles ist dabei beim Alten, außer dass man gegen den zugelosten Gegner gleichzeitig 2 Partien spielt, eine mit Weiß und eine mit Schwarz und im Idealfall beide Partien für 2 volle Zähler gewinnt.
Veranstalter
Schach Kultur Wels
Spielort
Neue Mittelschule 8, Wels-Lichtenegg, Zeileisstraße 1, 4600 Wels
Spieltermin
SA, 20.08.2016, ab 13:30
Austragungsart
7 Runden Schweizer System, 20min. pro Begegnung, Variante „Basque“ (es werden folglich gesamt 14 Partien gespielt mit einer mittleren Bedenkzeit von 10min pro Partie)
Nennungsschluss
20.08.2016 um 13:00.
Voranmeldungen
Voranmeldungen unter severin.humenberger@liwest.at sind sehr willkommen
Wertung
Welser Stadtmeister 2016 ist der bestplatzierte Spieler mit Hauptwohnsitz in Wels bzw. Wels-Land bzw. Mitglied des Welser Schachvereins
Nenngeld
€8,00 für Erwachsene, €5,00 für Jugendliche bis U-16
Preise
  1. Platz €50,00
  2. Platz €30,00
  3. Platz €15,00
Die 3 besten Welser sowie die Sieger in den Kategorien 2.Viertel, 3.Viertel, 4.Viertel, beste Dame, bester Senior S65 und bester Spieler bis U-16 erhalten Warenpreise
Turnierleitung
Mag. Ernst Gugenberger
Schiedsgericht
Mag. Ernst Gugenberger

FM Druckenthaner Leseprobe: Nr. 1874 „DER STANDARD“, 14.07.2012 Robert A. Lincoln „Fun with Chess Miniatures”, 1996

Diesen und die nächsten drei Freitage werden wir auf unserer HP jeweils ein BSP aus dem Buch "Ganz leicht" "Ganz schön" "Ganz schön schwer"  von FM Andreas Druckenthaner als Leseprobe veröffentlichen. Es wird angeraten, die Aufgaben selbst zuerst am Analysebrett zu studieren, bevor die Lösungen eingesehen werden. neben den schönen Schachaufgaben liegt der Mehrwert dieser Publikation primär in der exzellenten schachtheoretischen Aufbereitung der Problemsituationen sowie in einem Tutorium der technischen und logischen Herangehensweise im Kontext der Zugfindung. Anmerkung: die heutige Lösung als Einstieg ist der Kategorie "Ganz leicht" zuzuordnen.
Weiß zieht und setzt in 2 Zügen matt
Eine erste Bestandsaufnahme der Figuren ergibt folgendes Bild:
·       Der weiße Lf2 hat offensichtlich nur die Aufgabe, dem schwarzen König das Ausweichfeld g1 zu nehmen;
·       dieselbe Funktion kommt offensichtlich auch dem schwarzen h-Bauern zu: Er verhindert ein Entweichen des schwarzen Königs über h2;
·       es ist offensichtlich, dass beide Spielsteine nichts mit dem Mattsetzen selbst zu tun haben, der schwarze König steht auf einem weißen Feld, von wo er nicht auf ein schwarzes vertrieben werden kann – diese Aufgabe kommt sohin dem (weißen) weißfeldrigen Läufer und der Dame zu;
·       der weißfeldrige (schwarze) Läufer auf g2 aber dominiert offensichtlich die a8-h1-Diagonale derart, dass er dem eigenen König ausreichend Schutz zu gewähren scheint; nebenbei steht auch die Drohung eines Schachgebotes auf d5 im Raum, die sich aktuell nur wegen Dxd5# – und sogar Matt!! – verbietet;
·        warum der weiße König gerade auf b3 und nirgendwo anders steht, bleibt vorerst im Dunkeln; er könnte aber, soviel lässt sich aus dem vorigen Parameter bereits ableiten, mit dem Schachgebot … Ld5+ zu tun haben.



Nach dieser ersten Situationserfassung erscheint sohin klar, dass ein Mattsetzen auf der a8-h1-Diagonale wegen des dominanten schwarzen Lg2 nicht ohne weiteres möglich ist – dazu müsste sich dieser, wie bereits angeführt, mittels 1. … Ld5 schon opfern, sodass, wie gleichfalls bereits erwähnt, 2. Dxd5# Matt bedeuten würde.
Das einzig auszumachende schwache Element in der schwarzen Stellung bildet die Grundreihe, sodass auf der Suche nach möglichen Endstellungen, also Mattbildern, nur ein Grundreihenmatt in Frage kommen kann; beispielsweise wäre folgende Mattsituation nach der Überführung der weißen Dame auf dieselbe mittels etwa 1. Db1 Lb7 2. Lh3 denkbar:
Gehen wir also in die Ausgangsstellung zurück und versuchen es gedanklich mit 1. Db1, so können wir vor dem Hintergrund obiger Bestandsaufnahme – im Besonderen zum Wirkungskreis des Lg2 – aber leider rasch erkennen, dass Schwarz nicht einfach mit 1. … Lb7 fortsetzen und sich mit 2. Lh3# Matt setzen lassen muss, sondern dem Mattsetzungsvorhaben mit 1. … Ld5+, also Zeit gewinnendem Schachgebot, einen Riegel vorschieben kann; durch 1. Db1 hat sich der Anziehende ja der Kontrolle des Feldes d5 begeben.
Obige Stellungsparameter und die bereits gewonnene Gewissheit, dass das Matt nur über die einzige schwarze Schwachstelle, die Grundreihe, die von der weißen Dame auch über das Feld d1 in Beschlag genommen werden kann, zu erfolgen hat, führen uns letztlich zum entsprechend einzig möglichen Lösungsanfang:
1. Dd1!
·         Besetzung der schwachen Grundreihe;
·         weiterhin Kontrolle des Feldes d5 – gegen schwarze Schachgebote mit 1. … Ld5+, siehe b), gerichtet.
Folgende Läuferzüge – nur er kann ziehen – sind zu untersuchen:
a) 1. … Lf3?   b) 1. … Ld5+?     c) 1. … Lsonstig a8-h1  d) 1. … Lh3    e) 1. … Lxf1
Zunächst die elementar ganz schwach erscheinenden Züge – a) 1. … Lf3? und b) 1. … Ld5+?, die eigentlich keines Kommentars bedürfen, da hier der jeweils zweite Zug sogleich ins Auge stechen müsste.
a) 1. … Lf3? 2. Dxf3# Weiß nimmt einfach den Läufer aus dem Spiel und setzt gleichzeitig matt.
b) 1. … Ld5+? Ebenso kann Weiß im Falle des Schachgebotes durch den Läufer verfahren: Er beseitigt denselben mittels 2. Dxd5# und setzt (wiederum) gleichzeitig matt.
c) 1. … Lsonstig a8-h1 Zieht aber der Lg2 auf irgendein sonstiges Feld auf der a8-h1-Diagonale, ausgenommen eben die besprochenen Felder f3 und d5, dann vermögen wir das angestrebte Grundreihenmatt, modifiziert mit der Stellung der Dame auf d1 und nicht mehr auf b1, durch 2. Lh3# zu verwirklichen – siehe Stellungsbild (für den beispielartigen Fall, dass der Nachziehende 1. … Lb7 spielte.
d) 1. … Lh3 Ebenso verhält es sich mit 1. … Lh3: Diesfalls schlägt Weiß den schwarzen Läufer mit 2. Lxh3# und setzt gleichzeitig matt. Der Lf1 darf aber auf keinem anderen Feld ein Abzugsschach geben, beispielsweise mit 2. Ld3, da dann der schwarze Läufer wieder nach f1 zurückzukehren oder der König des Nachziehenden gar nach g2 zu gehen vermag und das Matt entscheidend hinauszögern würde.
e) 1. … Lxf1 Hier lässt Weiß aber einfach mittels 2. Dxf1#  das Matt folgen.
Im Rahmen der Bestandsaufnahme verblieb als unklarer Erkenntnisrest die Position des weißen Königs; nach nun erfolgter Lösung lässt sich auch diese offene Frage – zumindest einigermaßen vollständig – beantworten; lediglich „einigermaßen vollständig“, da es natürlich den Rahmen dieser Arbeit sprengen würde, jedes nur erdenkliche Feld, auf dem der weiße König stehen könnte, hinsichtlich seiner Konsequenzen zu untersuchen:
Stünde der weiße König etwa auf einem schwarzen Feld – zum Beispiel a3, b2 etc. – dann wäre das Problem mit dem Schönheitsmakel der Doppellösigkeit behaftet, zumal auch 1. Db1 den Lösungsanfang bilden könnte. In der Ausgangsstellung mit dem schwarzen König auf b3 aber verbietet sich, wie bereits erwähnt, 1. Db1 wegen des mit 1. … Ld5+ verbundenen Schachgebotes.
Auf zahlreichen anderen weißen Feldern aber – sicherlich davon ausgenommen die Felder g4 und h5 (siehe sogleich) – liefe der Anziehende aber Gefahr, dass  entweder 2. Dd1 wegen eines jeweiligen Schachgebotes durch den Lg2+ nicht mehr funktionieren würde, sodass Weiß nicht mehr im zweiten Zug mattsetzen könnte oder wir hätten es gar mit einer neuen Problemkonstellation mit anderem Lösungsbeginn, nämlich 1. Db1 statt 1. Dd1, zu tun:
Beispielsweise könnte der Nachziehende im Falle eines auf a4 oder e8 postierten Königs mit 1. … Lc6+ vorgehen, und stünde der König des Anziehenden  etwa auf g6 oder h7, dann verbietet sich gar 1. Dd1 wegen 1. … Le4+; diesfalls würde sich 1. Db1! als richtiger Lösungsanfang entpuppen, da dann das Schachgebot 1. … Le4+ mit 2. Dxe4# mattgerecht entschärft würde.
Der weiße König auf b3 steht sohin goldrichtig. Wie aber bereits angedeutet, sind die Felder g4 und h5 jedenfalls dem Feld b3 gleichwertig:
Auch hier wäre 1. Dd1! der richtige Lösungsanfang, da nach 1. … Lf3+ 2. Dxf3# folgen könnte und im Falle eines weißen Monarchen auf g4 nach 1. … Lh3+ 2. Lxh3# das Matt herbeiführen würde.
Die Lösung auf einen Blick:
1. Dd1!
a) 1. … Lf3? 2. Dxf3#;
b) 1. … Ld5? 2. Dxd5#;
c) 1. … Lsonstig a8-h1 2. Lh3#;
d) 1. … Lh3 2. Lxh3#;
e) 1. … Lxf1 2. Dxf1#.





Donnerstag, 14. April 2016

Forderungen vom 12.04.2016

Zahlreiche Schachfreunde fanden sich am DI, 12.04.2016 beim GH Hofwimmer ein, um bei dargebotenen Frankfurtern den Aufstieg in die 1. Landesliga zu feiern. Noch kann zelebriert werden, möglich jedoch auch, dass der Ausflug in die höchste OÖ Liga zur Saison des Leidens wird - wir hoffen auf das Beste!!!

Bei den Forderungen kommt es zu den ersten Verschiebungen in der Pyramide. Severin gewinnt kampflos gegen Marcus Königsmann, der leider nicht mehr auffindbar ist und deswegen auch gänzlich aus der Tabelle entfernt wird.

Ivo Bilanovic 1-0 Gerald Zwettler
Ivo spielt wie erwartet seine #1 Weiß Eröffnung, Schottisches Mittelgambit. Gerald hat diese Linie gut vorbereitet und wählt das Göring Gambit. Gerald hat 11...0-0 als letzten Zug vorbereitet, der den schwarzen Mehrbauern ohne Kompensation besichert (-0.95). Stattdessen wirkt 11...Nd4?!? irgend wie verlockend. Gerald rechnet 15min und sieht 12.b4 als stärkstes Gegenspiel. Mit der Quali-Drohung sollte die angegriffene Leichtfigur jedoch verteidigt werden können. Gerald wählt diese Fiasko-Variante (+2.1) und sieht sich mit RR den übermächtigen R+BB gegenübergesetzt. Die Stellung ist gegen das agile Läuferpaar beinahe unspielbar. Trotzdem schafft es Gerald sich immer wieder in remisliches Gewässer zu retten. Schlussendlich muss die technische Überlegenheit von Ivo und der daraus resultierende volle Erfolg nach 70 Zügen anerkannt werden. Schad um die Stunden der Vorbereitung. Ob Gerald sich nach diesem schmachvollen Fiasko vom Schachsport gänzlich zurückzieht wird die Zukunft weisen.

1. e4 e5 2. Nf3 Nc6 3. d4 exd4 4. c3 dxc3 5. Nxc3 Bc5 6. Bc4 d6 7. O-O Nf6 8. Bg5 h6 9. Bh4 Bg4 10. Nd5 g5 11. Bg3 Nd4 (11. .. O-O 12. Re1 Nxd5 13.Bxd5 Qf6 14. Bxc6 bxc6 15. e5 Bxf3 16. Qxf3 Qxf3 17. gxf3 f5 18. exf6 Rxf6 19. Re7 Rf7 20. Rae1 Rb8) 12. b4 Nxf3+ 13. gxf3 Bh3 14. bxc5 Bxf1 15. Kxf1 Nxd5 16. Qxd5 Qf6 17. e5 Qe6 18. Qe4 f5 19. Qd4 dxc5 20. Qxc5 Qe7 21. Qxe7+ Kxe7 22. f4 Rad8 23. f3 Rd4 24. Rc1 b6 25. Ke2 Rhd8 26. Rc2 c5 27. fxg5 hxg5 28. f4 Re4+ 29. Kf3 Rdd4 30. Bb5 gxf4 31. Bh4+ Ke6 32. Bf6 Kf7 33. h4 Re3+ 34. Kf2 Rh3 35. Kg2 Rg3+ 36. Kh2 Kg6 37. Rf2 Re3 38. Be8+ Kh6 39. Rg2 Rdd3 40. Ba4 Rh3+ 41. Kg1 Rhg3 42. e6 Rde3 43. e7 Kg6 44. Bg5 Kf7 45. e8=Q+ Rxe8 46. Bxe8+ Kxe8 47. Rxg3 fxg3 48. Kg2 Kf7 49. Kxg3 Kg6 50. Bf4 c4 51.Be5 b5 52. Bc3 a6 53. Kf4 Kh5 54. Be1 a5 55. Bxa5 Kxh4 56. Kxf5 Kh5 57. Ke5 Kg6 58. Ke6 Kg7 59. Kd6 Kf7 60. Kd7 Kf8 61. Bb4+ Kf7 62. a3 Kf6 63. Bc3+ Kf7 64. Be5 Kf8 65. Bd6+ Kf7 66. Kc6 Ke8 67. Kxb5 Kd7 68. Bf4 Kc8 69. Ka6 c3 70. Ka7 c2 1-0

Peter Wimmer 1-0 Anna Puett
Auch in dieser Partie wird schottisch gespielt. In ihrer ersten "echten" Sparrings-Partie hat es Anna Puett gleich mit dem alten Kämpfer Peter Wimmer zu tun. Bis ins Mittelspiel kann Schwarz ganz gut mithalten, dann kann Peter sehr gekonnt das Zentrum desintegrieren. Die Partie endet mit Matt obwegen eines gefesselten schwarzen Läufers.

1. e4 e5 2. Nf3 Nc6 3. d4 f6 4. dxe5 fxe5 5. Bc4 Nf6 6. Bg5 h6 7. Bh4 Be7 8. Bg3 d6 9. Nh4 Bg4 10. f3 Bh5 11. Nf5 Kf8 12. Nc3 Bf7 13. Nd5 Bxd5 14.exd5 Nd4 15. Nxd4 exd4 16. Qxd4 c5 17. Qf4 Qa5+ 18. c3 Re8 19. O-O g5 20.Qf5 Rg8 21. Bxd6 Qd8 22. Qxf6# 1-0

Jonas Stritzinger 0-1 Raphael Puett
Auch wenn Raffi in der Rangliste vor Jonas steht, hat er durch seine Forderung mit dem schwarzen Spielgerät vorlieb zu nehmen. Selten hat sich wohl aus dem ruhigen Giuoco Piano eine solch vehemente Partie entwickelt. Raffi lanciert einen unkorrekten Angriff auf die Königsstellung von Jonas, der mehrfach die Möglichkeit zum vernichtenden Gegenschlag hätte. Auch diese Partie endet mit Matt aus heiterem Himmel nach nur 15 Zügen.

Bxf5 15. exf5 Qh4# 0-1Bd2 Qc8 9. Nd5 Nh5 10. Nc3 Bxh3 11. Kh2 Bd7 12. Nh4 Bg4 13. f3 Qd8 14. Nf51. e4 e5 2. Nf3 Nc6 3. Bc4 Bc5 4. O-O d6 5. Nc3 Nf6 6. d3 h6 7. h3 Bd7 8.

Ernst Gugenberger 1/2-1/2 Udo Dornauer
Nach Beilegung der formalen Beeinspruchungen konnte diese Partie nun doch regelkonform abgewickelt werden. In der sizilianischen Drachenvariante versucht Udo Angriffe zu starten, Ernst spielt die Stellung jedoch sehr konservativ und präzise. Die ganze Partie hinweg kann das remisliche Gewässer nicht verlassen werden. Udo gibt seine Siegambitionen auf und willigt in die Remise ein.

1. e4 c5 2. Nc3 d6 3. Nf3 Nc6 4. d4 cxd4 5. Nxd4 g6 6. Be3 Bg7 7. Be2 Nf6 8. O-O O-O 9. Qd2 a6 10. Rfd1 Qc7 11. a3 Ne5 12. Bh6 Neg4 13. Bxg7 Kxg7 14.Bxg4 Bxg4 15. f3 Bd7 16. Qf2 Rae8 17. Rac1 Qc5 18. Nb3 Qxf2+ 19. Kxf2 Bc6 20. Rd2 Rd8 1/2-1/2

Markus Auinger 0-1 Walter Haselböck
Gewohnt wohl präpariert zeigt sich Walter in seinem "Französisch" mit dem schwarzen Spielgerät, diesmal im Tarrasch. Nach ausgeglichener Eröffnung wird der Schachfreund aus Hörsching, der sich derzeit in der Form seines Lebens befindet, regelrecht überspielt. Mit präziser Technik spielt Walter einen ungefährdeten Sieg nach Hause. Die erste erfolgreiche Herausforderung kann folglich protokolliert werden. Für Markus Auinger heißt es an das Trainingsbrett zurückzukehren - durch seine Niederlage und gezeigten technischen Schwächen könnten sich weitere Herausforderer erheben...

1. e4 e6 2. d4 d5 3. Nd2 c5 4. exd5 exd5 5. Bb5+ Bd7 6. Bxd7+ Qxd7 7. Qe2+ Qe7 8. dxc5 Qxe2+ 9. Nxe2 Bxc5 10. O-O Nf6 11. Nf3 O-O 12. Ned4 Re8 13. Bd2 a6 14. Rae1 Nbd7 15. Rxe8+ Rxe8 16. Re1 Ne4 17. Be3 h6 18. Nb3 Bxe3 19.Rxe3 Kf8 20. Nfd4 Ne5 21. f3 Nc4 22. Re2 Ned6 23. Nc5 Rxe2 24. Nxe2 Nxb2 25. Nd7+ Ke7 26. Nb6 Ke6 27. Nf4+ Ke5 28. Nfxd5 Nbc4 29. Kf2 Nxb6 30. Nxb6 Kd4 31. Ke2 Nc4 32. Nxc4 Kxc4 33. Kd2 Kb4 34. Kd3 Ka3 35. c4 Kxa2 36. c5 Kb3 37. Kd4 a5 38. Kd5 a4 39. Kd6 a3 40. Kc7 Kb4 0-1

Nachfolgend die Änderungen in der Rangliste. Der unterlegene Spieler rückt einen Platz zurück, der siegreiche Herausforderer nimmt den Platz des unterlegenen Geforderten ein. Im Falle einer Kotumaz durch Verweigerung usw. wird der Spieler ans Tabellenende zurückgereiht oder komplett aus der Wertung genommen.




Mittwoch, 6. April 2016

Nachtrag Forderungspartien vom Dienstag, 12.4.2016

Am DI, 12.4.2016 findet nicht nur die aufstiegs-Feier statt, es konnten auch 3! Forderungs-Partien für dieses Datum fixiert werden, die sich wie nachstehend angeführt konstatieren:
  • Peter "Petzi" Wimmer - Anna Puett
  • Raphael Puett - Jonas Stritzinger (von Raffi so festgesetzt?! - nicht ganz regelkonform, aber für unsere Youngsters ok)
  • Ivo Bilanovic - Gerald Zwettler (ab 18:00; Forderung wurde von Ivo eher mit Mitleid für Gerald und dessen bescheidene Kunst zur Kenntnis genommen)

Turnierübersicht für den Sommer

Nachdem die Schach Kultur Wels bei den oberösterreichischen Turnieren meist leider unterrepräsentiert ist, wird nachfolgend eine kurze Übersicht der anstehenden Turniere gegeben. Wenn auch 7-tägige Turniere mit viel Zeitaufwand (Urlaub usw.) verbunden sind, so bieten gerade eintägige Turniere die Möglichkeit, bei geringem Aufwand mit der oberösterreichischen Schach-Familie in Kontakt zu bleiben. Gerne können auch Fahrgemeinschaften zur ressourcenschonenden Anreise gebildet werden. 

Aufstiegsfeier am Dienstag 12.04.2016

Wegen dem erfreulichen und immer noch kaum fassbaren Anlass "Aufstieg in die 1. Landesliga" lädt der Schachverein seine Mitglieder zu einer Aufstiegsfeier am Dienstag 12.04.2016. Für die Erwachsenen gibt es Würstel, für die Kinder Pommes. Auch an der Bereitstellung von Hopfenblütentee in dosierten Maßen wird gearbeitet.

Neben der Aufstiegsfeier ist auch die Partie P. Wimmer - A. Puett ein guter Grund, dem Vereinsabend beizuwohnen. Wir freuen uns auf euer zahlreiches Kommen!! 

Forderung: Fritz Brandstätter 1-0 Florian Charaus

Mit einem echten Leckerbissen für alle Schach-Kiebitze begann der Auftakt unseres Forderungs-Ranglistensystems. Florian zeigte sich in seinem Caro-Kann [B13] gewohnt wohl präpariert. man wechselte in die Panov-Botvinnik Variante mit 5...Nc6 6.Nf3. Um Zug 10 droht die Stellung zu Gunsten der schwarzen Fraktion zu kippen. Durch ein ungenaues 13...Bh6 von Florian gelingt jedoch Fritz wieder der stellungsmäßige Ausgleich. Fritz forciert in weiterer Folge einen Isolani-Bauern auf der d-Linie - ein zweischneidiges Schwert. Da Florian nicht die korrekten Turmlinien besetzt, kann der Bauer vorangetrieben werden und auch das eher ungenaue 20.Ne5 von Fritz bleibt durch Figurenabtausch ohne Folgen. Die Stellung findet sich nun in remislichem Gewässer. Da nur ein Sieg Florian weiterhilft, entscheidet er sich mit 22...Nc2 zu einem Verzweiflungsangriff, der in einem Figurenverlust und der Aufgabe der Partie endet.

1. e4 c6 2. d4 d5 3. exd5 cxd5 4. c4 Nf6 5. Nc3 Nc6 6. Nf3 g6 7. Be2 Bg7 8.O-O O-O 9. Re1 Bf5 10. cxd5 Nxd5 11. Be3 Rc8 12. Rc1 Nxe3 13. fxe3 Bh6 14.Bd3 Bxd3 15. Qxd3 e5 16. Rcd1 exd4 17. exd4 Nb4 18. Qe4 Qb6 19. Kh1 Bg7 20.Ne5 Rcd8 21. d5 Bxe5 22. Qxe5 Nc2 23. Re2 Qxb2 24. Rb1 Qa3 25. Rxc2 Rfe8 26. Qd4 1-0

Die sehr umfassende post-mortem Analyse verstand sich als detaillierte theoretische Abhandlung zum Isolani-Motiv wobei durchaus auch konkrete schwarze Pläne aufgezeigt werden konnten. Alles in Allem ein toller Auftakt. Fritz spielt ungewohnt aktiv und Florian findet in den entscheidenden Momenten diesmal nicht die zwingenden Fortsetzungen. Aufgeschoben ist nicht aufgehoben - wenn Florian etwas zwingender Abspielt, ist ein Erfolg gegen Fritz durchaus in Reichweite.

Am Dienstag konnten wir mit Anna Puett auch ein neues Vereinsmitglied in unseren Reihen willkommen heißen. Zum Auftakt fordert Anna bereits am nächsten Dienstag, 12.4.2016 unseren alten Haudegen Petzi Wimmer. Petzi bereitet sicherlich schon eine scharfe weiße Gambit-Eröffnungsvariante vor.

Die Partie Ernst Gugenberger - Udo Dornauer wurde obwegen formaler Beeinspruchungen wieder abgesagt, die Begegnung Ivo-Gerald ist bisweilen noch nicht terminiert. Die Begegnung Marcus Königsmann gegen Severin scheint wegen der Unauffindbarkeit des geforderten Spielers mit einem Kotumaz-Erfolg zu enden.   


Freitag, 1. April 2016

Ragger erstmals über 2700

Gestern konnte in der 1. österreichischen Bundesliga ein für den österreichischen Schachsport episches Ereignis und ewiger Meilenstein gefeiert werden. Markus Ragger schlägt den deutschen GM Luther (2566) und scheint damit knapp an die magische 2700 ELO Barriere heranzugereichen. Bei der Live-Übertragung kündigt ein Fließtext vom Erreichen einer ELO-Zahl von 2700.2, wohingegen auf 2700chess.com vorerst ein Wert von 2699.9 ausgewiesen wurde. Nach erfolgter Neuberechnung kann die tagesaktuelle ELO-Zahl mit 2700.4!!! als validiert erachtet werden - Grandios!!!
 
Sämtliche Turniere mit zumindest einem Spieler im elitären 2700-er Club werden für die internationale Schach-Gemeinschaft auf 2700chess.com gelistet und im Detail präsentiert. Damit kommen nun auch die österreichische Bundesliga bzw. nationale Turniere mit Ragger als Vorkämpfer in das Scheinwerferlicht der Schach-Öffentlichkeit - Super!!! Bereits heute und Morgen gilt es die 2700 gegen die biederen Remisiere der 1. Bundesliga zu verteidigen. Der Einzug in den 2700-er Club als Nummer 39!!! der Weltrangliste bleibt jedoch für die Ewigkeit. Damit liegt Ragger derzeit vor den bekannten Franzosen Fressinet (2692) / Bacrot (2698), dem früheren kasachischen "Weltmeister" Kasimdzhanov (2694), dem 16-jährigen chinesischen Über-Talent Wei Yi (2691), dem bekannten Russen Morozevich (2683), dem englischen Professor und Schach-Kommentator Nigel Short (2678) bzw. vor dem früheren amerikanischen Welt-Elite Spieler Gata Kamsky (2678).
 
Wahrlich nicht schlecht - da darf nun unser Raphael Puett beim Ragger-Simultan zu Ehren des Schachvereines Attersee einen echten 2700-er bespielen. Mal sehen, wie gut sich Ragger auf eine solide spanische Linie präpariert zeigt.